Altersvorsorge lohnt sich! - Beitragsreihe Arbeitsrecht zum 1. Mai 2015

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Altersvorsorge lohnt sich!

Die Geschichte der staatlich organisierten Altersvorsorge in Deutschland geht bis ins 19. Jahrhundert und die Reformen unter dem Kanzler Otto von Bismarck zurück. Seitdem hat sich viel getan – die Grundidee aber, dass der Staat eine soziale Institution einrichtet und schutzbedürftige Personen im Alter oder bei Armut absichert, ist jedoch geblieben.

Heutzutage stützt sich die Altersvorsorge in Deutschland aber auf drei  Säulen:  der paritätisch von Arbeitgebern und Arbeitnehmern getragenen Sozialversicherung, der betrieblichen Altersvorsorge, und der privaten Altersvorsorge.

Das Drei-Säulen-Modell der Altersvorsorge

1.       Die gesetzliche Rentenversicherung

Die wichtigste und stärkste Säule des deutschen Rentensystems ist die gesetzliche Rentenversicherung. Der sogenannte Generationenvertrag regelt,  dass aus den Einzahlungen der heute Arbeitenden  die Renten der heutigen Rentner bezahlt werden.  Dieses sozialstaatliche Prinzip ist Teil des deutschen Gesellschaftsverständnisses.

Die gesetzliche Rentenversicherung ist für alle Arbeitnehmer in Deutschland verpflichtend. Dabei spielen Alter, Geschlecht oder Gesundheitszustand - im Gegensatz zu den privaten Versicherungen- für den Beitrag keine Rolle.  Die gesetzliche Rentenversicherung sichert in bestimmten Fällen auch bereits während der Erwerbstätigkeit ab - in Form von Renten wegen einer Schwerbehinderung  oder  Hinterbliebenenrenten nach dem Tod des Ehepartners oder Elternteils.  In Deutschland ist die Rente individuell, d.h. sie berechnet sich im Wesentlichen aus dem erarbeiteten Einkommen. Arbeitnehmer und Arbeitgeber sind gleichermaßen für die Finanzierung der Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung verantwortlich. Beide sind gesetzlich dazu verpflichtet, die Beiträge paritätisch, d.h. zu gleichen Anteilen,  in die Sozialversicherungskassen einzuzahlen.  


2.       Die betriebliche Altersvorsorge

Bei der betrieblichen Altersvorsorge handelt es sich um eine freiwillige Leistung des Arbeitgebers. Beschäftigte haben das Recht, einen Teil ihres Gehalts in eine betriebliche Altersvorsorge umzuwandeln. Die angesparte Summe wird im Alter dann als Betriebsrente ausbezahlt und wird teilweise zusätzlich durch den Arbeitgeber bezuschusst. Für die Unternehmen ist die Betriebsrente ein wichtiges personalwirtschaftliches Instrument:

 So bieten attraktive Altersvorsorgemodelle Anreize für Arbeitnehmer und binden diese an das Unternehmen. Unternehmen können wiederum  durch die Betriebsrente Steuern und Lohnnebenkosten sparen und soziale Verantwortung zeigen.

3.       Private Altersvorsorge

In den letzten Jahren wurde die private Altersvorsorge in Deutschland immer wichtiger-  viele Menschen sparen bereits im jungen und mittleren Alter freiwillig, um ihren Lebensstandard im Alter zu sichern.  Dies ist angesichts des demographischen Wandels, in dem  auf die aktiven Einzahler immer mehr Rentenempfänger kommen, sinnvoll und notwendig. Bei der privaten Altersvorsorge gibt es unterschiedliche Varianten:  So kann man beispielsweise Kapital- oder Rentenversicherungen abschließen oder Wohneigentum erwerben. In Deutschland fördert der Staat die private Altersvorsorge durch finanzielle Zuschüsse und Steuerersparnisse. 

Allgemein gilt aber: je früher man mit dem Sparen beginnt, desto geringer können die Sparbeiträge sein, denn durch die Zinsen wird auch aus einem kleinen Kapital eine größere Summe.

 

Neugierig geworden? Hier finden Sie wetere Informationen zu diesem Thema:

Webseite der Bundeszentrale für politische Bildung

Bundesministerium für Arbeit und Soziales

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