Bilaterale Politische Beziehungen

Deutschland war das erste Land, das Georgien nach der Unabhängigkeit 1991 anerkannte. Am 13. April 1992 nahmen beide Länder diplomatische Beziehungen auf. Die engen und vertrauensvollen Beziehungen zwischen Deutschen und Georgiern haben eine fast 200-jährige Tradition. In Deutschland bleibt der Anteil des früheren sowjetischen Außenministers und späteren Präsidenten Georgiens Schewardnadse an der deutschen Wiedervereinigung unvergessen. Deutschland wiederum genießt in Georgien Ansehen und Sympathie. Die erheblichen entwicklungspolitischen Leistungen der Bundesregierung ebenso wie auch die vielfältigen kulturellen, akademischen und persönlichen Kontakte werden in der georgischen Gesellschaft sehr geschätzt.

Deutschland war als Koordinator der Freundesgruppe des Generalsekretärs der Vereinten Nationen seit langem intensiv um eine friedliche Konfliktlösung für die abtrünnige georgische Republik Abchasien bemüht. 

Im Juni 2008 wurde der Besuch des georgischen Staatspräsidenten Saakaschwili in Deutschland zu intensiven Konsultationen genutzt. Außenminister Steinmeier reiste im Juli 2008 im Rahmen einer Vermittlungsmission für Abchasien nach Georgien und Russland. Bundeskanzlerin Merkel besuchte wenige Tag nach dem Ende des georgisch-russischen Krieges im August 2008 Tiflis. Deutschland zählte zu den ersten Staaten, die Georgien nach Ausbruch des Krieges humanitäre Hilfe leisteten. Bei der Brüsseler Geberkonferenz im Oktober 2008 sagte die Bundesregierung 33,7 Mio. EURO für humanitäre Projekte zugunsten der Opfer und Vertriebenen und zur Unterstützung des Wiederaufbaus im Land zu.

Deutschland beteiligt sich aktiv an der EU-Beobachtermission (EUMM) in Georgien.

Im Rahmen der Europäischen Union setzt sich Deutschland für eine Annäherung Georgiens und der Region insgesamt an Europa ein. Deutschland hat die Aufnahme von Georgien, Armenien und Aserbaidschan in die europäische Nachbarschaftsinitiative sowie die EU-Entscheidung von 2009 zur Schaffung einer Östlichen Partnerschaft aktiv befürwortet.

Die Bundesregierung fördert die Integration der Gesamtregion auch durch die deutsche Kaukasus-Initiative im Rahmen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit.

Bundesaußenminister Dr. Steinmeier in Georgien

Bundesaußenminister Dr. Steinmeier bei der Unterzeichnung des Vertrags über die Schenkung eines Grundstücks an die Deutsche Internationale Schule Tbilissi Bild vergrößern (© Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten von Georgien)

Deutschland und Georgien blicken auf über 20 Jahre diplomatische Beziehungen zurück. Im April 1992 eröffnete der damalige Außenminister Genscher die erste ausländische Botschaft in Tiflis. Im Jahr 2014 reiste Bundesaußenminister Dr. Frank-Walter Steinmeier zweimal in die georgische Hauptstadt. In seinem Beisein unterzeichneten die Deutsche Internationale Schule Tbilissi und die georgische Regierung im Dezember 2014 einen Vertrag über die Übertragung eines im Staatsbesitz befindlichen Grundstücks für den Neubau eines Schulgebäudes.