Kultur- und Bildungsbeziehungen

Die Kultur- und Bildungsbeziehungen Deutschlands mit Georgien sind Ursprung und Motor unserer politischen und gesellschaftlichen Kontakte. Im Rahmen der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik (AKBP) gilt es, dieses Fundament zu pflegen und dadurch den Aufbau der Zivilgesellschaft sowie den weiteren Demokratisierungsprozess zu fördern.

Die kulturelle Verbundenheit der Georgier mit Deutschland ist eng. Sie blickt auf eine lange Tradition zurück. In verschiedenen Regionen Georgiens ließen sich im 19. Jahrhundert deutsche Einwanderer aus Baden-Württemberg nieder. Ihre Häuser können noch heute in Bolnisi (ehemals "Katharinenfeld") besichtigt werden. Im 19. und 20. Jahrhundert wirkten Deutsche in Georgien als Forscher, Unternehmer, Maler, Architekten oder Unternehmer. Der Geograph und Naturforscher Gustav Radde beispielsweise war 1867 Gründungsdirektor des Kaukasischen Museums, des Vorläufers des heutigen Georgischen Nationalmuseums. Die erste Apotheke und das erste Kino in Tiflis wurden jeweils von einem Deutschen gegründet.

Die Städtepartnerschaft zwischen Tiflis und Saarbrücken existiert seit 1975. Sie wurde - als erste ihrer Art in der damaligen Sowjetunion  - zu einer Brücke zwischen Künstlern und Wissenschaftlern beider Länder und erstreckt sich heute auf fast alle Bereiche des öffentlichen Lebens. Eine weitere Städtepartnerschaft zwischen dem ostgeorgischen Telawi und Biberach a.d. Riß besteht seit 1987.

Zu den aktivsten Kulturgesellschaften, die sich der Pflege der Beziehung zwischen beiden Ländern verschrieben haben, gehören in Deutschland die „Berliner Georgische Gesellschaft“ und die „Brandenburgisch-Georgische Gesellschaft“ sowie in Georgien die „Georgisch-Deutsche Gesellschaft“ in Tiflis, das „Georgisch-Deutsche Zentrum“ in Kutaissi sowie das Georgisch-Deutsche Haus (GDH) in Sugdidi.

Deutsche Kultur, Bildung und Sprache werden in Georgien vom Goethe-Institut in Tiflis (mit einer Außenstelle in Kutaissi), dem Deutschen Akademischen Austauschdienst und neun von der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen an georgische Bildungsinstitutionen entsandten deutschen Lehrkräften vertreten.  Außerdem unterhalten vier politische Stiftungen (Friedrich-Ebert-Stiftung, Friedrich-Naumann-Stiftung, Heinrich-Böll-Stiftung, Konrad-Adenauer-Stiftung) Büros in Tiflis.

Deutsch als Fremdsprache hat in Georgien eine lange Tradition. Rund 11,5 % aller Schüler in Georgien lernen Deutsch. Somit ist Deutsch nach Englisch (Pflichtfach) und Russisch die am dritthäufigsten gelernte Fremdsprache. 10 georgische Schulen gehören zum Netzwerk der PASCH-Initiative ("Schulen - Partner der Zukunft"). Seit 1999 kann das Deutsche Sprachdiplom der Stufe 2 (sprachliche Befähigung zur Aufnahme eines Studiums in Deutschland) erworben werden. Rund 2.500 georgische Studentinnen und Studenten studieren heute an deutschen Hochschulen.

Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz hat von 2010-2012 ein EU-Twinning-Projekt zur Unterstützung des Georgischen Nationalmuseums durchgeführt und das Museum bei seiner Modernisierung begleitet. Das Deutsche Archäologische Institut führt Grabungen in Georgien durch.

Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Georgien besteht aus drei kleinen Gemeinde in Tiflis, Bolnisi und Suchumi (Abchasien) und wird von einem entsandten deutschen Bischof betreut.

Initiative "Schulen: Partner der Zukunft"

PASCH - "Schulen - Partner der Zukunft"

Hinter PASCH verbirgt sich die Initiative "Schulen - Partner der Zukunft", die 2008 vom Auswärtigen Amt ins Leben gerufen wurde. Ziel ist der Aufbau eines weltumspannenden Netzes von Partnerschulen mit besonderem Schwerpunkt Deutschunterricht. So soll jungen Menschen ein Zugang zu deutscher Sprache und Bildung eröffnet werden. Die Lehrkräfte werden durch Fortbildungen und Unterrichtsmaterialien unterstützt. Mittlerweile sind weltweit über 1500 Schulen beteiligt.

Die Initiative wird vom Auswärtigen Amt gemeinsam mit der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA), dem Goethe-Institut, dem Pädagogischen Austauschdienst (PAD) und dem Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) getragen.

In Georgien gibt es momentan 10 PASCH-Schulen; sie werden von einer entsandten Fachberaterin der ZfA betreut. An einigen von ihnen kann auch das Deutsche Sprachdiplom II erworben werden, welches als Nachweis der für ein Studium in Deutschland benötigten Deutschkenntnisse anerkannt wird.

Deutsch-Georgische Hochschulkooperation

Deutschland ist ein Land der Ideen. Bildung und Wissenschaft, Forschung und Entwicklung kommen zentrale Bedeutung zu - das schlägt sich auch in der internationalen Attraktivität des Studienstandorts Deutschland nieder. Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) ist seit 1988 in Georgien aktiv. Das 2004 eingerichtete DAAD-Informationszentrum informiert über Studien- und Forschungsmöglichkeiten in Deutschland sowie über Förder- und Stipendienprogramme. Darüber hinaus veranstaltet es Weiterbildungen und Seminare für Studierende und Lehrende und ist Ansprechpartner für deutsche und georgische Hochschulen im Bereich der akademischen Zusammenarbeit. Drei entsandte DAAD-LektorInnen (2 in Tiflis, 1 in Kutaissi) sind in Georgien tätig.

Deutsche Internationale Schule Tbilissi

Deutsche Internationale Schule Tbilissi